Wirtschaftsgeschichte

Josef Heinzinger,
Landwirt und Gastwirt
1. Generation

Sofie Heinzinger,
Gastwirtsgattin
1. Generation

Josef Heinzinger,
Land- und Gastwirt,
2. Generation

Sofie Heinzinger,
Gastwirtin
2. Generation

In der 1389 erstellten Verkaufsurkunde über den Besitz der Eisenhofener an den Bürger Hudler ist auch von einer Taferne (Übernachtungswirtschaft) die Rede. Rottbach lag damals an einer Straße, die die Verbindung zwischen Überacker und dem nördlichen Hinterland herstellte. Auf ihr verkehrten die Handelswägen der Fugger, was für die Taferne bestimmt förderlich war. Im Jahre 1507 machte der Wirt von Rottbach, Hans Christl, für sich und seinen Ahnherrn Albrecht Christl eine Jahresstiftung an die Kirche. Erst nach dem

30 jährigen Krieg erfährt man wieder einen Besitzernamen. Paul Trefler ist der Wirt von Rottbach. Ein Bruder des Wirtes, Georg Trefler war 6 Jahre Pfarrer in Maisach und übernahm von 1668 bis 1702 die Pfarrei in Rottbach. Er wurde wie seine Mutter Anna in der Kirche begraben. Eine prächtige Rotmarmorplatte erinnert an ihn und sein Geschlecht. Nachfahren dieses erstgenannten Paul Trefler erscheinen immer wieder als Wirt von Rottbach, als Weiherhüter, als Kirchenpfleger und als Verwalter der Kirchenstiftung.

Sofie Treffler, der Name wird zwischenzeitlich mit ff geschrieben, die Mutter des letzten, verkaufte am 20.06.1929 über den Wirt Merkl an die Familie Heinzinger. Im Jahre 1954 erhielt das Lokal durch den Anbau des Saales sein heutiges Bild. Die Gaststätte ist bis heute im Besitz der Familie Heinzinger. Das Gebäude ist eines der ältesten in Rottbach erwähnten, 1389.

Maler zu Gast in Rottbach

Als sich die Münchner Maler in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts anschickten, ihre Ateliers zu verlassen und die oberbayerische Landschaft zu entdecken, führten ihre Touren nicht nur ins Oberland, an die Seen, und die Alpen, sondern auch ins Dachauer Moos, an die Amper und ins damals noch stille Brucker Land. Die Entdeckung der vielgestaltigen Brucker Landschaft, die Suche nach der vermeintlich unverdorbenen, unberührten Natur wurde durch die sich 1808 aus einer Zeichenschule konstituierende Akademie der Bildenden Künste in München befeuert. Skizzen aus dem Brucker Land von Michael Mettenloher, des Nördlingers Franz Xaver Doppelmayer, der Brüder Franz und Xaver Kobell aber auch von Georg von Dillis flossen in deren durchkomponierte, idealisierende Landschaften ein. Mit dem Skizzenbuch waren auch Lorenzo und Domenico Quaglio oder der Züricher Wilhelm Scheuchzer und mit Johann Michael Voltz ein weiterer Nördlinger im heutigen Kreisgebiet unterwegs. In Dachau gründete sich eine Künstlerkolonie, während die Künstler, die sich in der Brucker Region ansiedelten, erst spät sich zu gemeinsamen Ausstellungen in ihrer Wahlheimat entschließen konnten. Mit dabei bei diesen ersten Ausstellungen waren immer mit den Brucker Malern befreundete Münchner Kollegen, beispielsweise Otto Frölicher oder Adolf  Stäbli und Ferdinand Feldhütter, der sich nicht nur als bildender Künstler, sondern auch als Volkssänger einen guten Namen gemacht hatte. Feldhütter hielt sich immer wieder mit seinen Münchner Malerkollegen in Rottbach auf. Von seinem um 1888 entstandenem Gemälde der Ortschaft gibt es mehrere Variationen, aber in jeder stellte er die Trefferische Tafernwirtschaft, die heutige Gaststätte Heinzinger, in den Mittelpunkt.

Zu den Stammgästen im Gasthaus Heinzinger zählte der in Puchheim lebende, 1999 verstorbene  Künstler Martin Ludwig, eigentlich Martin Ludwig Rampfl. Als Künstler ging Martin Ludwig konsequent seinen eigenen Weg, malte was er empfand, experimentierte mit Licht und Farbe und entzog sich mit zunehmendem Alter weitgehend dem internationalen Kunstbetrieb.

Der Eingang ins Schlemmerparadies

Ja wo genau ist er denn nun, der Haupteingang. Diese Frage stellte sich nun schon mehrmals. Ist er direkt an der Straße die Treppe hinauf, oder ist es doch der Eingang vom Parkplatz aus kommend? Egal welchen Eingang Sie wählen, Sie kommen immer in die gemütliche Stube und werden herzlich empfangen. Wenn‘s dann wieder Sommer wird, dann gibt‘s draußen einen kleinen feinen „Wirtsgarten“ . “Reservieren ist immer schlau!” meint der Wirt, “denn unser Platzangebot ist nunmal begrenzt und wir fänden es sehr schade, wenn ihr euch schon auf den Weg zu uns gemacht habt´s und keinen Platz mehr bekommt!”

Gasthof Heinzinger Rottbach Eingang
Gasthof Rottbach - Maibaum Rottbach

Philosophie

Ihr Wohl liegt uns am Herzen….

Denis Kleinknecht hat ein klares Ziel vor Augen: Eine durch und durch bodenständige Küche, die mit ein paar ausgewählten Komponenten zu etwas ganz Besonderem wird. Er legt äußersten  auf gute Produkte  von Erzeugern, die er selbst kennt und die zumeist aus der direkten Umgebung stammen. Dafür scheut er keinen Aufwand. Zumeist holt er sogar die Zutaten, die er für seine Küche braucht selbst ab. So stammen beispielsweise die Brucker-Land-Kartoffeln vom Hartlhof in Esting und die Eier vom Geflügelhof Heggmeier in Oberlappach. Kraut, Zwiebeln und sämtliche Mehle bekommt der Wirt von Johann Herrmann in Merching, die Milch aus Schöngeising und das Holzofenbrot von Gut Kerschlach. Das Wild wurde vornehmlich im Rottbacher Revier erlegt. „Mehr als 70 Prozent meiner Zutaten werden in der Region produziert“, berichtet Denis Kleinknecht mit einigem Stolz. Ganz wichtig ist ihm, dass der Ausgangspunkt eines jeden Gerichts immer ein gutes Grundprodukt ist, denn „aus nichts kann man auch nichts machen“. Auch wenn er immer wieder mal die bayerische Küche mit modernen, internationalen Einflüssen kombiniert und so seinen Gästen überraschende und außergewöhnliche Geschmackserlebnisse bietet,  bei bestimmten Gerichten gibt es für ihn keine Experimente. Beispielsweise bei den beliebten Dampfnudeln, die es – wie schon zu Heinzingers Zeiten – immer donnerstags gibt. Die kommen nur in der süßen oder deftigen Variante auf den Tisch.

Neben dem Streben nach größtmöglicher Regionalität und Frische hat sich Denis Kleinknecht ein weiteres Ziel gesetzt; die Nachhaltigkeit. Unter dem Motto „Nose-to-Tail“ (von der Schnauze bis zum Schwanz) und unter dem Motto „Flower-to-Root“ (von der Blüte zur Wurzel) setzt er auf die ganzheitliche Verwertung von Tieren und Pflanzen und versucht wirklich alle Teile eines Produkts auf den Teller zu bringen, beispielsweise für die karnivoren Gäste Kutteln. Mit diesem nachhaltigen, ganzheitlichen Kochen knüpft der Rottbacher Wirt an eine in den letzten Jahren verloren gegangene Kochkultur an.

Natürlich können die Gäste alle angebotenen Speisen auch nach Hause mitnehmen. Um unnötigen Verpackungsmüll zu vermeiden und auch das gehört zur Nachhaltigkeit, empfiehlt der Wirt, geeignete Gefäße für den Transport e mitzubringen.

Große Eröffnung des Gasthofs

am 07.10.2016

Mit dem Oldtimer der Brauerei Maisach und viel Freibier ging es für unseren neuen Wirt Denis und Herrn Michael Schweinberger (Brauerei Maisach) zum Gasthof Heinzinger.

Anstich symbolisch mit 2 kleinen Fassl‘n, das restliche Freibier lief durch „die Leitung“. Assistiert haben Herr Michael Schweinberger (Brauerei Maisach, links) und Herr Richard Sturm (Schlossbrauerei Kaltenberg, rechts).

Nach dem zweiten Schlag hieß es dann: „O‘zapft is!“

Richtig guad hods g‘schmeckt, das Buffet wurde bis auf den letzten Krümel zamgessn…

Urig und g‘miatlich is dann worn als die Musi aufg‘spuit hat. Weit nach Mitternacht sind die letzten Gäste hoam ganga… uns hats g‘foin!